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| Fotos: mit freundlicher Genehmigung / Copyright ©Nevzorov Haute Ecole |
"Regelwerkstatt im Pferdesport :
Tierschutz unerwünscht!"
Doping, Blut und Quälerei – erlaubt wird, was nach vorne bringt.
Was nicht passt, wird passend gemacht.
Dieser Artikel wirft einen kurzen Blick auf das fast unglaubliche Geschehen im internationalen Pferdesport. Anvisierte Regelwerke, die deutlicher nicht aufzeigen könnten, was dort gewünscht ist. Erfolg, der bitte nicht weiter durch den Tierschutz gestört werden kann. Drei kleine Beispiele:
1. Dopingskandale erschüttern 2009 die Medienlandschaft. Anvisierte Lösung der FEI: Doping erlauben, dann ist das Problem weg.
2. Rollkur erschüttert 2010 die Medienlandschaft. Anvisierte Lösung der FEI: Rollkur in LDR umbenennen und erlauben, dann ist das Problem weg.
3. Blut im Pferdemaul erschüttert 2011 die Medienlandschaft. Anvisierte Lösung der FEI: Blutende Pferde bei Prüfungen erlauben, dann ist das Problem weg.
Das glauben Sie nicht? Ist auch schwerlich zu glauben – aber leider wohl Realität.
Das Regel-Karussell der FEI dreht sich weiter – und macht schwindelig vor Empörung
Und wieder macht die FEI (Internationale Reiterliche Vereinigung) ihrem zweifelhaften Ruf alle Ehre. Für Pferdeschützer ist die internationale Kontrollinstanz des gehobenen Pferdesportes ohnehin eher ein Gruselkabinett aus Tierschändern. Doch auch Pferdesportfachleuten selbst sollte langsam ein Licht aufgehen.
„Gequält wird, wo Geld fliesst. Für den Erfolg ist jedes Mittel recht und Pferde sind auch für die FEI eben nur Sportgeräte.“ so Nicola Welp, leitendes Mitglied der Pferdehilfe Sonnenhof e.V. .
Die Regelwerke der FEI bestimmen, was im internationalen Pferdesport erlaubt ist und was nicht. Gerade in den letzten Jahren gab es eine Vielzahl an Skandalen, die ihres Gleichen suchten und die große Vereinigung erfolgreicher Pferdesportvertreter geriet mit ihrer Lobbyarbeit zunehmend ins Schwitzen. Fachleute aus der Pferdewirtschaft, Medien und wie immer viele Tierschützer rollten über das Geschehen vor und hinter den Kulissen des internationalen Turniersportes hinweg – Ende der Konfrontationen nicht in Sicht.
Auch wir haben über Doping und die sog. Rollkur (Hyperflexion) einen Artikel verbreitet, der deutlich aufzeigt, wie tierfeindlich die Verfahrensweisen der FEI gestrickt sind (siehe unseren Artikel: „das Schweigen der Spritzen“). Nun gilt es mal wieder daran zu erinnern und weitere aktuelle Bausteine hinzuzufügen. Das Karussell dreht sich – gegen die Tiere!
Die Rollkur (Hyperflexion)…
wurde nicht verboten, sondern von der FEI schlicht umbenannt!
Nachdem namhafte internationale Sportler dieses gewaltsame Mittel bei ihren Pferden immer wieder auf den Turnier- und Trainingsplätzen anwandten und der öffentliche Druck von Pferdeschützern, Medien, Tierärzten und Pferdefach-Experten immer größer wurde – stand der gute Ruf der Reiterei auf dem Spiel. Die FEI wurde 2009/2010 erneut genötigt, sich mit diesem für sie unbequemen Thema zu beschäftigen.
Mit dem Begriff Rollkur wird beim Dressurreiten eine Trainingsmethode bezeichnet, die durch ein
gewolltes Herabziehen des Pferdekopfes mit Hilfe der Zügel in Richtung Brust gekennzeichnet ist. Hierbei wirkt der Reiter derart stark auf die Zügel ein, dass er sein Pferd zum Senken des Kopfes und Einrollen des Halses zwingt. Neben starken Schmerzen im empfindlichen Maul verhärten sich die einzelnen Muskelpartien bis in den Rücken und das Pferd wird in eine extrem unnatürliche
Haltung gepresst, die gesundheitliche Schäden hervorruft. Weiterhin wird der Orientierungssinn sehr eingeschränkt; das Pferd kann nicht nach vorne schauen und läuft während der gesamten Tortur fast blind.
Am 9. Februar 2010 führte die FEI eine Sitzung mit Befürwortern und Gegnern der Hyperflexion durch,
um eine endgültige rechtliche Bewertung dieser vorzunehmen. Im Rahmen der Sitzung wurde darauf hin folgendes Ergebnis erzieht: Jede Kopf- und Halsposition, die durch „aggressive Kraft“ entstehe, sei nicht akzeptabel und müsse sanktioniert werden. Rollkur sei klar auf aggressives Reiten zurückzuführen und somit nicht akzeptabel. Dennoch gehört sie nach wie vor zu den allseits bewährten Trainingsmethoden, um ein Pferd in der Haltung gefügig zu machen.
Info:
„Wird ein Pferd durch Hilfszügel, z.B.
Schlaufzügel oder durch Zügelhilfen, häufig länger
anhaltend in Spannung versetzt oder zu stark beigezäumt,
so können erhebliche Schmerzen oder Schäden entstehen.
Ein derartiger Gebrauch von Führungshilfen ist tierschutzwidrig.“
(Richtlinie Tierschutz im Pferdesport, Bundesministerium)
„Es ist verboten, an einem Tier oder bei sportlichen
Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Maßnahmen,
die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden
verbunden sind und die Leistungsfähigkeit von Tieren
beeinflussen können, anzuwenden.“
(Tierschutzgesetz Paragraph 3, 1b)
Die Rollkur war damit fortan nicht mehr erlaubt. Erlaubt hingegen ist nun das Low-Deep-Round (LDR), diese Technik sei nun ein Flexionieren des Pferdehalses, welches ohne übermäßige Gewalt durchgeführt werde. Ohne übermäßige Gewalt? Ab wann genau ein „aggressives Reiten“ vorliegt und was „übermäßige Gewalt“ am Pferd sein soll, hätten die Mitglieder der FEI vielleicht beantworten sollen – taten sie aber nicht. Warscheinlich wäre das auch zu unbequem und nicht erfolgsorientiert. Es reichte ihnen aus, ein neues Regelwerk für eine verbotene Methode zu entwerfen, welche schlichtweg umgetauft wurde. Es ist ja auch einfacher, die Rollkur, die als brutal, gesundheitsschädlich wie auch schmerzhaft nachgewiesen wurde in LDR umzutaufen und auf den Reitplätzen des Turniersportes für 10 Minuten zu erlauben. Längeres Flexioneren wäre dann tierschutzwidrig. Peinlicher geht es kaum. Fortan soll jedenfalls die extreme Kopf-Genick Positionen „etwa“ zehn Minuten geduldet werden - für zehn Minuten erlaubt, dann eine kurze Pause und weiter geht’s ohne Strafe.
Wir fragen uns: Wenn die Hyperflexion belegt schädlich und tierschutzwidrig ist und somit endlich verboten wurde – warum ist diese nun schlicht umbenannte Methode namens LDR dann für 10 Minuten erlaubt? (Ganz nebenbei ist die 10-Minutenregel nicht nur unsinnig, sondern auf den Abreiteplätzen praktisch nicht kontrollierbar). Die FEI wird diese Frage ganz sicher nicht beantworten können/wollen.
„Das Regelwerk der FEI ist blanker Hohn und eine Peinlichkeit sondergleichen. Es hat sich für die Tiere Nichts geändert und jeder noch so brutale Reiter kann weiter einer tierfeindlichen Methode frönen, die ihn sicherlich zum Ziel seiner sportlichen Bemühungen bringt. Was sonst noch alles auf den Trainingsplätzen und ganz besonders in den eigenen Trainingsställen mit den Tieren angestellt wird, bleibt darüber hinaus natürlich ein gut gehütetes Geheimnis. Die Devise „mit allen
Mitteln zum Erfolg“ ist ganz sicher tägliches Pogramm.“ so Nicola Welp, Pferdehilfe Sonnenhof.
Die Doping- Skandale und die Antwort der FEI
…die sog. „Progressive list“
Gedopt wird, wo Geld fliesst…und leider hat sich das bisher kaum geändert!
Wie ein roter Faden begleitet die medikamentöse Leistungssteigerung den skandalösen
und stetig gewaltsamen Drill der sog. Sportpferde. Die umfangreiche Geschichte von Dauerskandalen, Doping und Tierquälerei zusammenzufassen, wäre Stoff um ganze Bücher zu füllen und man darf vermuten, dass sich der Großteil pferdeschinderischer Maßnahmen immer noch hinter verschlossenen Türen abspielt. Dennoch sind die öffentlich bekannten Spitzen des Eisberges mehr als alarmierend. Fast alle namhaften Spitzenreiter waren bis heute schon in Dopingfälle verwickelt und der Skandal war perfekt, als 2009/ 2010 mehr Reiter „erwischt“ wurden als es je hätte unter den Teppich gekehrt werden können. Die internationale Presse überschlug sich geradezu mit neuen Skandalmeldungen aus dem Leistungssport mit Pferden.
Tatsache ist, es starten nach wie vor von der FEI geduldete internationale Reiter, die nicht nur in der Vergangenheit nachweislich gedopt haben, sondern ganz selbstverständlich Pferde gewaltvoll misshandeln, um den gehobenen Ansprüchen des elitären Sportes zu entsprechen.
In einem Interview mit sport.ARD.de erläuterte Prof. Wilhelm Schänzer vom Biochemischen Institut der Sporthochschule Köln, wie Doping im gesamten Pferdesport (Dressur-, Renn oder
Springsport) funktioniert:
„In erster Linie mit anabolen Wirkstoffen, die Schnelligkeit und Schnellkraft der Tiere verbessern. Dann natürlich mit Schmerzmitteln, die es dem Pferd erlauben, trotz einer Verletzung zu starten. Es wird viel mit Kortikosteroiden gearbeitet, die gegen Entzündungen eingesetzt werden.
In erster Linie erreichen die behandelnden Menschen, dass Verschleißerscheinungen ignoriert werden können. Ein Tier kann dann trotz Verletzung, die eigentlich eine Ruhepause nötig machen würde, im Wettkampf starten. Dem Pferd wird also nicht die nötige Zeit gegeben, beispielsweise eine
Gelenk-Verletzung auszukurieren. Was dazu führen kann, dass langfristige, chronische Schäden am Bewegungsapparat entstehen.“
Der Sportchef des größten internationalen Turniers CHIO (Aachen), Frank Kempermann, äusserte sich vor Jahren gegenüber der Presse: „Ich weiß nicht, wie ich den Pferdesport noch in der Öffentlichkeit verkaufen soll.“
Eine gute Frage! – finden wir.
Eine Antwort fand die FEI und strickt seither an der sog. „progressive list“.
Frau Welp, Vorstandsmitglied der Pferdehilfe Sonnenhof, beobachtet seit 20 Jahren die nationale und internationale Reitsportszene und engagiert sich mit ihrem Verein und dessen Partnern in allen Bereichen des Pferdeschutzes.
Die durch die „Progressive list“ zur Freigabe anvisierten Substanzen sind vor allem Schmerzmittel sowie Entzündungshemmer, deren Nutzung zuvor als Doping galt. In Zukunft dürften dann Pferde, die
Schmerzen zeigen oder durch Verletzung oder Erkrankung nicht zum Start zugelassen werden würden, schlichtweg „fitgespritzt“ werden.
Der Inhalt der vielleicht zukünftigen . „Progressive list“
“…ist eine Kriegserklärung für jeden Tierschützer und man sollte meinen auch für jeden gesunden Menschenverstand. Als wenn es nicht schon Verbrechen genug wäre, dass Pferde im Reitsport mit
Gewalt zu gewinnbringenden Sportgeräten degradiert werden, man sie leider immer noch unbehelligt nötigen, prügeln und für den Erfolg quälen darf, sollen sie jetzt auch noch mit einem legalen Wunschzettel aus der pharmazeutischen Büchse der Pandora zu noch mehr Leistung gebracht werden. Mehr Charakterlosigkeit kann ein sog. Sport nicht mehr zeigen. Da erhält die allseits
beliebte Floskel: „Sport ist Mord“ eine grausam realitätsnahe Bedeutung“,so Nicola Welp.
In europäischen Ländern gibt es nicht nur vehementen Gegenwind gegen die Verabschiedung der progressive list, der empfindliche Inhalt der Liste wäre auch ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, nach dem einem Tier keine Leistung abverlangt werden darf, die es ohne Medikamente nicht erbringen kann. Das Tierschutzgesetz, welches im Pferdesport allerdings schon seit Jahrzehnten kaum jemanden mehr zu interessieren scheint, beinhaltet in Deutschland ebenfalls, dass es verboten ist „an einem Tier oder bei sportlichen Wettkämpfen oder ähnlichen Veranstaltungen Maßnahmen, die mit erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind und die Leistungsfähigkeit von
Tieren beeinflussen können, anzuwenden.“ Würde sich jemand daran halten, gäbe es den Spitzensport mit Pferden ohnehin nicht mehr. Auch viele deutsche Tierärzte sind empört. Die Gesellschaft für Pferdemedizin (GPM), ein Verband deutscher Tierärzte lehnt die Liste vehement ab. Der Beruf-Ethos würde in Frage gestellt, wenn ein Tierarzt ein Pferd wettkampftauglich spritzen soll.
„Dass Pferde über keinen deutlichen akustischen Schmerzlaut verfügen, war bisher immer großes Glück für den Reitsport, denn würden Pferde jammern und schreien, wäre der gesamte Pferdesport
wie er heute ist sicherlich vor Publikum nicht durchführbar. Nun soll auch der geräuschlos sichtbare Schmerzzustand eines Pferdes mittels erlaubten Dopings endlich der Vergangenheit angehören.
Die wachsende Pharmaindustrie sowie alle Nutznießer würden sicherlich wenig dagegen haben, soviel steht zweifelsfrei fest.“kommentiert Frau Welp die neue Vorgehensweise mit Hilfe
der „Progressive list“.
Wie sagte Ludger Beerbaum so schön:
„In der Vergangenheit hatte ich die Haltung: Erlaubt ist, was nicht gefunden wird.
Im Laufe der Jahre habe ich mich darin eingerichtet, auszuschöpfen, was geht.“
Weiterhin gab Beerbaum an, dass seine Pferde „Sportgeräte“ seien und er nun mal keinen „Streichelzoo“ betreibe. Deutlichere Worte aus dem Munde eines der erfolgreichsten Turnierreiter dieser Welt braucht es nicht.
Zwei Beispiele aus dem Topf vieler Substanzen, die durch die „Progressive list“ zum Gebrauch freigegeben werden sollen:
Flunixin:
Flunixin gehört zu den nichtsteroidalen Entzündungshemmern. Es wird bei allen Schmerzzuständen,
vor allem bei Knochenerkrankungen und starken Schmerzzuständen der Eingeweide verabreicht und besitzt eine entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung.
Phenylbutazon
(Wirkstoff bekannt durch das verbreitete Medikament Equipalazon) – Phenylbutazon hat eine
entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaft. Es wird als starkes Schmerzmittel u.a. bei Muskel- Sehnen und Gelenkserkrankungen/Verletzungen verabreicht. Der Wirkstoff hat einerseits zwar sehr starke entzündungshemmende und schmerzlindernde Effekte, andererseits aber auch sehr schwere Nebenwirkungen. Es sollte daher nur wenige Tage verabreicht werden. Phenylbutazon soll bis zu einem Grenzwert von 8 Mikrogramm erlaubt sein. Der Wert liegt damit im Übrigen
viermal so hoch wie vor dem gänzlichen Verbot in den 90er Jahren.
„Dieses Mittel macht lahme Pferde fit. So etwas verstößt bei uns gegen das Tierschutzgesetz und wird mit einer Geldstrafe geahndet“, sagte der FN-Jurist Joachim Wann gegenüber der Presse.
Der Schweizer Tierarzt Dr. Markus Müller bezieht Stellung: „Ein Pferd, das das Schmerzmittel Phenylbutazon braucht, ist nicht ‚fit to compete‘“, also nicht wettkampftauglich.
Nun setzt die FEI noch einen drauf : die „Blood Rule“ kommt
- und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr hinaus !
In Vergangenheit gab es immer wieder Reiter, die ihre Prüfungen nicht beenden konnten, weil ihr Pferd aus dem Maul blutete. Sie wurden disqualifiziert. Da dieser Umstand immer mehr zum unbequemen Thema wurde, möchte die FEI nun mittels des Regelwerk der sog. „Blood Rule“ beschließen, dass der Reiter, „wenn ein Tierarzt eine minder schwere Verletzung feststellt und die Blutung aufgehört hat“, sofort weiter reiten und die Prüfung beenden darf. Eine „minder schwere Verletzung“? Blutende Pferde sind also zukünftig auf Turnieren kein Problem mehr?
“Es geht - kurz umschrieben - um die Frage, ob Blut im Dressursport definitiv und Nichts verloren hat, oder ob man es zulässt, dass ein Tierarzt dies von Fall zu Fall entscheiden kann.“ so ein Ton aus der Medienlandschaft.
Am letzten Fall des Weltklasse-Dressurpferds Parzival von A. Cornelissen entbrannte die Diskussion erneut. Cornelissen wurde während der World Equestrian Games in Kentucky abgeläutet, weil ihr Pferd Parzival deutlich sichtbar aus dem Maul blutete. Daraufhin ging der Internationale Dressurtrainer Club (IDTC) mit einem Vorschlag an die Öffentlichkeit. Man könnte es folgendermaßen zusammenfassen: „Wenn auf internationalen Turnieren Blut im Maul von Pferden festgestellt wird, dann sollen diese am Abreiteplatz von FEI-Tierärzten untersucht werden. Die Pferde können die Prüfung fortsetzen, wenn die Blutung von kleinen Verletzungen stammt und zum Stillstand gebracht werden kann.“ Die FEI hat nun darüber zu entscheiden und unterstützt diesen Vorschlag.
Was eine saubere Nummer. Frei nach dem Motto „was nicht passt, wird passend gemacht“, wird es immer einfacher, dem Tier jegliche rechtliche Möglichkeit zu rauben, seine Gesundheit im Sport auch nur ansatzweise geschützt zu sehen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann man auf die Idee kommen könnte, doch gleich die gesamte Gültigkeit des Tierschutzgesetzes abschaffen zu wollen. Wofür sollte es auch weiter notwendig sein, wenn man mit einzelnen Regeln dafür sorgen kann es auszuhebeln. „Mich würde ein dahingehender Vorschlag oder Wunsch der FEI auch nicht mehr wundern.“ kommentiert Nicola Welp die brisante Entwicklung.
Sie findet abschliessend deutliche Worte hinsichtlich des zukünftigen Reitsportes:
„Ausnahmslos jede Hochleistungsdisziplin im Pferdesport, ob Spring-, Renn- oder Dressursport verspricht schlichte Tierquälerei und praktiziert die Abwertung eines Lebewesens zu einem
Sportgerät, welches ohne Rücksicht auf Verluste seinem Marktwert entsprechend zu funktionieren hat.
Wir danken den Mitwirkenden des Pferdesport-Zirkus für ihre eigene moralische Demontage hinsichtlich der offensiven „Show must go on“- Methode, die wohl leider auch zukünftig
anschaulich darstellen wird, was schon längst klar ist: „ausschöpfen, was geht“…um Herrn Beerbaum
die Ehre des letzten Wortes zuteil werden zu lassen. Es sind ja nur Tiere! Nicht wahr?“
Reiter haben halt eine (gut bezahlte)
Lobby, Pferde nicht !
«Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.» Albert Schweizer |