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Thema (5): Die Pferdedentistik - Ein Plädoyer für gesunde und kräftige Pferde

Die Nahrung und deren Aufnahme haben sich im Laufe der Domestizierung/ menschlichen Nutzung des Pferdes grundlegend verändert. Als Steppentiere nahmen die Pferde neben Gräsern auch Sand, Baumrinde, kleine Steine und andere Abriebstoffe auf. 18-20 Stunden Nahrungsaufnahme von harter Rauhfaser gehört zur Natur des Pferdes, darauf ist der gesamte Körper ausgelegt. In den heutigen Haltungsformen wird das meist leider immer noch nicht berücksichtigt. Das Pferdegebiss sowie der gesamte Bewegungsapparat sind so nicht der Natur entsprechend ausgelastet. Gesundheitliche Probleme sind die Folgen.

Das natürliche Futter in den Steppenregionen hielt sowohl die Schneidezähne, als auch die Mahlflächen der Backenzähne in konstanter Reibung und nutzte diese entsprechend ab. In der heutigen Haltungsform werden die meisten unserer Pferde mit Heu, Stroh, Getreide, Pellets etc. gefüttert. Bei dieser Ernährung bleiben jedoch die Schneidezähne völlig ungenutzt!

Pferdegebiss

Sie können sich somit ohne Abrieb 3 mm pro Jahr nachschieben. Die Fütterung mit Getreidekörnern, insbesondere ungequetschten, verursacht hingegen eine starke Beanspruchung der Backenzähne in senkrechter Richtung, bei gleichzeitiger Verminderung der horizontalen Kaubewegung. Von Natur aus ist das Pferdegebiss nicht für eine solche einseitige Belastung geeignet. Durch die zu geringe Abnutzung der Schneidezähne bei gleichzeitig starker und ungleichmässiger, alleiniger Abnutzung der Backenzähne, entsteht früher oder später eine Disharmonie im Kauapparat, dessen gesamte Geometrie sich verschiebt.

Dieses Ungleichgewicht kann zu einer Reihe von Problemen und sogar Erkrankungen führen, wenn das Futter nicht umgestellt wird und der Halter nicht in eine systematische Zahnpflege investiert. Dieser Zusammenhang und die dynamischen Prozesse im Pferdemaul sind gut bekannt. Chronische Probleme lassen sich jedoch gut durch regelmäßige, fachkompetente Zahnpflege verhindern. Jedes domestizierte Pferd sollte das Recht auf regelmäßige Zahn - Checks - und im Bedarfsfall einer Behandlung zur Funktionsoptimierung seines Pferdemauls haben. Regelmäßige Zahnpflege ist eine unbedingte Notwendigkeit für Wohlbefinden, Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Pferde und sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Des Weiteren lassen sich viele Verhaltensprobleme auf Störungen oder Schmerzen im Pferdemaul zurückführen.

Zahnpflege:
Regelmäßige Zahnpflege ist für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit unserer Pferde unumgänglich. Empfohlen werden diese regelmäßigen Zahn-Checks:

Bei Fohlen:
Gleich nach der Geburt. So können evtl. angeborene Probleme gleich erkannt, erfasst und behandelt werden. Gleichzeitig ist dies der perfekte Zeitpunkt, die Berührung und Zahnpflege für das junge Pferd von Anfang an zur Selbstverständlichkeit zu machen.

Bei Pferden bis zu 5 Jahren:
Alle 6 Monate. So lässt sich der Abnutzungsprozess der Milchzähne optimal verfolgen, bis der Zahnwechsel vollzogen ist. Zahnreste, Zahnsplitter und scharfe Kanten an den Kauflächen der Backenzähne können erkannt und behoben werden. Schäden für das bleibende Gebiss werden so vermieden.

Bei ausgewachsenen Pferden:
In dieser Altersklasse reicht meist ein jährlicher Check, wenn das Pferdemaul im Gleichgewicht ist. Ein abnormales Maul sollte alle 6 Monate untersucht werden. In Einzelfällen können häufigere Checks erforderlich sein. Bei älteren Pferden entscheidet der Zustand des Gebisses.

Handraspeln

Technologie:
Präzise, sicher und stressfrei für das Pferd, und mit nur geringer Sedierung so soll eine gute Pferdezahnbehandlung ablaufen. Neben einem Horsemanship, der die Kooperation des Pferdes gewinnt, spielt adäquate Technologie und eine fundierte Ausbildung von mehreren Jahren hierbei eine Schlüsselrolle. Eine Zahnbehandlung gehört schon seit Jahrhunderten zur Pferdepflege. Daher wurden entsprechende Instrumente bereits sehr früh entwickelt. Viele von ihnen haben noch heute ihren Stellenwert - sie werden weiter nach altem Vorbild gefertigt. Andere, etwa Maulkeile, Hengstzahn-Zangen, Backenzahn-Schneider und Meißel wurden durch moderne Instrumente verdrängt, die wesentlich sicherer, angenehmer und stressfreier für das Pferd sind. In der heutigen Welt der Pferdezahnbehandlung gibt es dennoch unterschiedliche Philosophien zum Thema Technologie. Grundsätzlich kann sich ein Pferdedentist für die überwiegende Arbeit mit elektrischen Geräten oder die überwiegende Arbeit mit manuellen Instrumenten entscheiden.

Maschinen

Wir danken an dieser Stelle dem Pferdedentisten Mathias Gosepath
Homepage: http://www.pferdedentist-essen.de

© Bilder M. Gosepath