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Fotos mit freundlicher Genehmigung von tierdach.de


 

Vorhang auf für Tierquälerei – die Vergewaltigung mit Applaus

So interpretieren WIR den Zirkus

Schöne monumentale Musik, glitzernde Atmosphäre, eine perfektes Bühnenbild und eine bunte fremde Welt – das alles mag in ersten Moment einen mystischen Zauber haben. Wer kennt das nicht…Man taucht scheinbar ein in eine Welt voller mayestätischer Anziehungskraft. Pferde und ihre arteigene Eleganz, ihre wilde Schönheit, ihre edeln und kraftvollen Bewegungen werden in den Mittelpunkt des Erlebens gestellt und ziehen jeden Zuschauer unweigerlich in ihren Bann. Still und bewundernd, geradezu ehrfürchtig schaut man ihnen bei ihrem Auftritt zu. Große Kinderaugen, verzückte Mädchen, beeindruckte Erwachsene… Zeit für Gänsehaut und unerfüllte Träume.
Doch bei manchen Menschen bleibt nach Ende der Vorstellung ein fader Beigeschmack haften, der sich nicht wirklich greifen lassen will. Wo der herkommt? Ich habe ihn immer, diesen Kloß…der mit wachsendem Wissen immer größer wurde- zu einem Berg aus Wut. 

Ich schaue mir nun über zwei Jahrzehnte unzählige Zirkusshows mit Pferden an und fühle mich immer gleich unwohl. Es ist ein unglaubliches Kunststück der Zirkuswelt, ein eigentliches Grauen in so schöne Bilder zu fassen, dass man kaum in der Lage ist die Wahrheiten dahinter im Kopf zu behalten. Wütend macht es mich, weil es doch so klar auf der Hand liegt…ein Pferd im Zirkus ist ein Sklave, trotz aller Schönheit zutiefst geschunden und es tut weh immer wieder zuzusehen, ohne dass jemand das Leid wirklich und aufrichtig bemerkt.“ kommentiert Nico Welp ihren letzten Zirkusbesuch.

Sie besteht darauf zu erwähnen, dass es ihr bei Ihrem Versuch der Aufklärung nicht darum geht zu behaupten, dass jede Dressur von Pferden mit Gewalt und Brutalität einhergehen muss. Die sog. Freiheitsdressur, die vielseitigen Zirkuslektionen können mit dem heutigen Wissen guter Pferdeleute auch vollkommen gewaltlos erfolgen. Das ist nicht der springende Punkt, auch wenn Frau Welp oftmals auf vollkommen hilflose Pferde trifft, denen Glanz und Persönlichkeit verloren gegangen ist und sie sicherlich Pferdetrainer im Zirkusbereich erkennt, die immer noch mit Gewalt und jeder Menge Druck am Pferd arbeiten um sichere Erfolge zu erzielen. Immerhin muss das Pferd ja jeden Tag auf Knopfdruck funktionieren- Wehrigkeit verboten.

Ein gravierender Grund, warum es allerdings eine pure Tierquälerei und grausame Anmaßung des Menschen ist, Pferde überhaupt im reisenden Zirkusunternehmen mitzuführen, ist in erster Linie die Haltung. Darüber wird immer noch zu wenig informiert, nachgedacht. Es ist unglaublich, dass sich Pferdefachleute und Horsemanship- Beauftrage ausschliesslich um die Art & Weise der Dressur Gedanken machen. Ist die offensichtliche Gewalt aussen vor, dann ist der Zirkus scheinbar rehabilitiert.
Aber das Pferd, zu einem Leistungsträger auf Knopfdruck reduziert, wird artwidrig gehalten und damit um das Ausleben vieler seiner natürlichen Bedürfnisse gebracht. Pferde im Zirkus haben kein Leben! Zumindest keines als Pferd! Das liegt für Frau Welp und die Pferdehilfe Sonnenhof auf der Hand.

Gerade die großen und traditionsreichen Zirkusunternehmen möchten dem Besucher gerne vermitteln, dass die Tiere dort gerne leben, gerne von Stadt zu Stadt ziehen, artgerecht untergebracht sind und der Stress im lauten Zirkusalltag ihnen nicht das Geringste ausmacht. Das ist eine glatte Lüge, die allein durch einen sachlichen Blick auf die Fakten jegliche Daseinsberechtigung verliert. Ein Leben im Zirkus ist ein lebenslanger Tiertransport unter widrigsten Bedingungen für lebende Zirkusnummern, die sich dagegen nicht zur Wehr setzen können. Ständiger Großstadt-Lärm, täglicher Trainingsdrill, tägliche Vorstellungen, ständiger Umzug, ein Dasein auf Beton, enge Boxenhaltung, kein Weidegang, Ponyreiten für Kinder, keine freie Bewegung, kein soziales Herdenleben mit Artgenossen…das ist noch längst nicht alles, was die Tiere dauerhaft zu ertragen haben – für eine Vergewaltigung mit tosendem Applaus.

Ich frage mich immer noch, warum ein Zirkus mit Tieren - ob mit Wildtieren oder eben Pferden –nicht längst schon als geächtet und als Teil dunkler menschlicher Kultur ausgestorben ist. Ich schäme mich stellvertretend für jeden klatschenden Besucher.“ deutliche Worte findet Nico Welp für die hübsch drapierte Fassade einer schillernden Welt der Zirkusarena.
Geradezu fassungslos schaut sie auf die mittlerweile in Mode gekommenen Horsemanship-Leute, die aufgrund ihrer angeblich gewaltfreien Dressurmethoden mit ihrer engen Zusammenarbeit dem Zirkus die Möglichkeit bieten, Pferdenummern als gesellschaftsfähig zu erhalten.
Es mag unfassbar erscheinen, aber ich habe schon hochdotierte Horsmanship- Experten im Zirkus klatschen sehen, weil sie selbst die Pferde vorher trainiert haben. Über das Leben der Tiere machen sie sich keinerlei Gedanken. Das ist ein Skandal!“

Schaut man sich die natürlichen Bedürfnisse eines Pferdes an und schult sich ein wenig in diesem speziellen Bereich, was ein Pferd braucht um gesund und wohlbehalten natürlich zu leben, stellt man schnell fest dass ein Leben unter diesen Voraussetzungen niemals einem Steppentier/ Lauftier, Fluchttier/ Herdentier gerecht werden kann.

Was Frau Welp bei ihren zahlreichen Recherchen in der Zirkuswelt entdeckte – kurz und knapp:

Pferde in ständiger Boxenhaltung
erhebliche Leiden der Pferde in Folge der dauerhaften erheblichen Einschränkung der Möglichkeit zur artgemäßen Bewegung
Pferde im dauerhaften Umzugstress
Hilflos gemachte, verwahrloste Pferdeseelen
Verhalternsauffälligkeiten und jede Menge stereotypes Verhalten
Kränkliche Pferde mit jeder Menge körperlichen Schäden
Roboterhafte Folgsamkeit, die sog. erlernte Hilflosigkeit und innerer Rückzug
Jede Menge Hilfsmittel aus der Pharmazie
Zahlreiche Narben & Verletzungen
Leere Augen
Trainings-Druckmittel verschiedener Art für den täglichen Gehorsam auf Knopfdruck
Pferde als Karikaturen ihrer selbst, in ein Korsett gepresst und um ihr Leben gebracht

Was Besucher bei ihren zahlreichen besuchen im Zirkus sehen – kurz und knapp:

Das Pferd als Garant für Stolz, Kraft, Freiheit, Energie und Schönheit

Es mag sicherlich bessere und schlechtere Zirkusunternehmen geben, doch in einem Punkt sind sie alle gleich: sie degradieren ein Tier zu einer Nummer und nehmen damit billigend in Kauf, dieses Tier
lebenslang zu knechten…es bis zum Letzten auszusauen.

Ein Pferdetrainer im Zirkus, der behauptet, dass seine Pferde alles haben was sie brauchen…belügt mich, die Welt und nicht zuletzt sich selbst!“ bemerkt Frau Welp am Rande.

Alle Tiere im Zirkus leben einen grausamen Alltag und sind und bleiben „Sklaven der Manege“!
Dazu gehören ganz ohne Frage auch die Pferde!
Es geht um ein Verbrechen!


Ein Opfer lebt heute auf dem Sonnenhof:

Wir haben einen älteren Friesen auf dem Sonnenhof, welcher aus dieser Welt stammt. Er wurde jahrelang gedrillt und als er dem Stress nicht mehr gewachsen war, wurde er entsorgt. Es ist schockierend zu sehen, mit wie wenig Selbstbewusstsein dieses arme Pferd ausgestattet war. Er war ein Roboter, dem man seine gesamte Seele aus dem Körper geprügelt hatte. Eine funktionierende Hülle mit Magenerkrankung, jeder Menge Stress-symptomen und einer erlernten Hilflosigkeit die ihres Gleichen sucht. Es war geradezu grausam zuzuschauen, wie er Männchen machte, um wahrgenommen zu werden. Ein Leben als Pferd? Das musste er erst lernen. Ebenso wie er lernen musste, dass Zuneigung und wohlwollender Kontakt zum Menschen nicht davon abhängig ist, wie viel er gerade leisten kann. Für mich ein ganz schreckliches Erleben. Er wird immer ein Stück weit gezeichnet sein.“